Posterous theme by Cory Watilo

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Vor 10 Jahren – Appalachian Trail

Ja, es sind inzwischen zehn Jahre vergangen, seitdem ich den Appalachian Trail in Amerika gelaufen bin. Vor zehn Jahren bin ich ins Flugzeug gestiegen und habe versucht mit meinem Rucksack die damals 2180,5 Meilen (etwas mehr als 3500 Kilometer) zu wandern. Um die Frage vorweg zu nehmen, ja ich habe es geschafft. Ich darf mich nun 2000 Miler oder auch Thruhiker nennen, da ich innerhalb einer Saison den gesamten Weg gelaufen bin. Ohne abzukürzen, aber mit vielen zusätzlichen Kilometern, zu Wasserstellen, Hostels und Städten zum Einkaufen. Der Appalachian Trail ist der längste durchgängig markierte Wanderweg der Welt. Er wird von vielen freiwilligen Menschen betreut und in Stand gehalten. Wer sich fragt, was es bei einem Trampelpfad in den Appalachen zwischen Georgia und Maine zu tun gibt außer mal die Farbe der Markierungen zu erneuern, der wäre bestimmt erstaunt. Aber allein die Arbeiten, die nach Stürmen notwendig sind oder zur Sicherung der Menschen um Unfälle zu vermeiden sind enorm. Eine helfende Hand ist immer gern gesehen, sei es um eine Schutzhütte zu bauen oder Bäume vom Appalachian Trail zu entfernen. Es ist schon lange her, dass ich diese Reise unternommen habe und dennoch spornt mich die Reise immer wieder an. Ich weiß, dass man alles schaffen kann, wenn man nur will. Denn der Appalachian Trail erscheint einem unendlich lang und wenn man an einem Tag nur fünf Kilometer schafft, weil es über Steinwüsten geht (keine Chance diese. s zu umgehen ohne den Appalachian Trail zu verlassen), am Abend aber ausgelaugt ist, wie nach einem 20-Meilen-Tag, bestärkt dieses das Gefühl, man kann es eigentlich nicht schaffen. Auf dem Weg lernt man, neben vielen neuen Gesichtern, aber auch seine eigenen Grenzen kennen. Es ist schon etwas anderes als mal eben für zwei Wochen Wandern zu gehen. Die Appalachen sind zwar nur etwas wie ein Mittelgebirge, aber jeden Berg den man sieht, wird man auch bezwingen. Der Weg windet sich sozusagen von Berg zu Berg und nicht unbedingt von Ort zu Ort. Viele Fragen woran man am ehesten scheitert. Die Erfahrung zeigt, dass es hauptsächlich drei Gründe gibt, weshalb die Wanderer auf dem Appalachian Trail aufgeben: 1. Verletzungen Es kommt immer wieder vor, dass man sich einen Knöchel verstaucht, etwas bricht oder einfach auch nur Durchfall bekommt, weil man das Wasser nicht gefiltert hat. 2. Geld Das liebe Geld ist auch auf dieser Art der Reise ein Thema. Speziell wir Ausländer dürfen nicht ohne Genehmigung in den USA arbeiten. Deshalb muss man sich das Geld für die reise vorher einteilen. Wer auf einem extrem schmalen Budget sitzt wird deshalb das Hostel wohl eher seltener aufsuchen und auch beim Einkaufen, die Schokolade eher in Maßen einkaufen. Dennoch sollte man bei der Planung bedenken, dass man 6.000 bis 8.000 Kalorien pro Tag verbraucht. Diese müssen dem Körper auch unbedingt zugeführt werden. Dieses merkt man auch im Geldbeutel. In den Städten, die von den Hikern des Appalachian Trails leben, merkt man dieses auch. Die Portionen werden den Bedürfnissen angepasst. Dennoch müssen viele Menschen ihren Traum vom Thruhike aufgeben, da das Geld ausgeht. 3. Selbstvertrauen Der häufigste Grund für die Aufgabe auf dem Appalachian Trail ist aber weder das Geld noch Verletzungen. So komisch es für Außenstehende klingen mag, aber es ist mangelndes Selbstvertrauen. Andere nennen es Motivation, aber es kommt immer wieder auf die Frage zurück, ob man sich zutraut etwas zu schaffen. Auf dem Appalachian Trail kommt es dann auch dazu, dass man zeitweise niemanden trifft für ein paar Tage. Alle haben ein Tempo gefunden, was eher gleich ist und so laufen fast alle am Tag durchschnittlich 20 Meilen. Wenn man Pech hat, kann man dann schon einmal in der Einsamkeit ins Grübeln kommen. Warum mache ich dieses hier? Warum tue ich mir dieses an? Was machen meine Freunde zu hause? Geht es meiner Familie gut? Warum ist es hier gerade wieder windig, kalt und nass und wann kommt die nächste Stadt? Werde ich es überhaupt schaffen. Ich habe noch nicht einmal die Hälfte geschafft... Ihr seht, es ist nicht immer einfach. Hinzu kommt natürlich, dass wir es nicht mehr gewöhnt sind gut 15-20 Kilo auf dem Rücken in einem Rucksack zu tragen. Wetter zu spüren und nicht mal eben eine Heizung andrehen zu können um sich zu wärmen. Zusätzlich sind in vielen Gebieten Feuer, speziell während der Sommerzeit, verboten. Jeder muss vor seiner Abreise, alle wichtigen Gespräche, mit Freunden und Verwandten, geführt haben. Alles was einen zuhause belastet wird auf einer solchen Reise nur noch schlimmer. Dieses gilt aber nicht nur für den Appalachian Trail (A.T.) in den USA. Ich habe viele schöne Gedanken an die Reise und dennoch war auch ich zwischenzeitlich verletzt. Ich habe mich mit einem zu schweren Rucksack überfordert. Habe neben Blasen auch noch eine Archillisfersenentzündung bekommen. Einen Monat aussetzten. Und viele dachten es wäre vorbei. Ich habe gewartet und es viermal probiert mit dem Neustart. Erst beim vierten Versuch ging es wieder und ich konnte weiter gehen. Aber das Gefühl einfach anzukommen und alles geschafft zu haben rufe ich mir immer wieder ins Gedächtnis, wenn es mal in meinem Leben nicht so läuft oder aussichtslos erscheint.
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Ich werde von Zeit zu Zeit gefragt, was man neben einer Priese Glück, ein wenig Selbstvertrauen noch so braucht. Als Ausrüstung schlage ich folgende Dinge vor: Rucksack Leichtes Einmannzelt Gutes Schuhwerk (ich habe vier Paar Schuhe verbraucht auf dem Weg) Benzinkocher (Rein-Benzin gibt in jedem Ort) Kleiner Topf, der auch als Essgeschirr dient Löffel Messer Seil Luftdichter Packsack für Lebensmittel (denn ja, es gibt Bären auf dem Weg und man sollte Essen im Baum hochziehen und nicht im Zelt lagern) Wasserdichter Packsack für Wechselklamotten Kartenmaterial Stift Visum Reisepass Pflaster Blasenpflaster Schmerzmittel Wanderstöcke (retten einem dem Tag, wenn es bergab geht) Schlafsack Isomatte (keine Thermarest da zu schwer und geht zu leicht kaputt) Wer sich auf die Reise ein wenig vorbereiten will, der sollte wie schon erwähnt alle Gespräche suchen, die noch ausstehen. Anschließend bleibt ja auch noch ein wenig Zeit zu lesen. Ich persönlich empfehle folgende Bücher:
Jeder scheint dieses Buch gelesen zu haben. Es war auch mein erstes Buch zum A.T..Man fragt sicht aber schon, was der Hund so gedacht haben muss, wenn man an einigen Stellen richtig klettern muss und jemand nicht sehen kann. "Ich seh so es lang geht... Viel Spaß mein Herrchen!"
Ein Buch welches einem einen guten Eindruck gibt, was einen erwarten könnte...
Ein Buch, welches mir persönlich sehr gut gefällt, weil es nicht nur sagt wie toll alles ist.
Eines der bekanntesten Bücher über den Appalachian Trail. Dennoch nur die schönen Dinge herausgepickt und von jemanden geschrieben, der nie alles gelaufen ist. Wer denkt aber auch, dass vierhundert Kilometer mit blühenden Rhododendorn langweilig wird?
Bei Fragen fragen, aber nicht vergessen, laufen muss man immer alleine und den eigenen Schweinehund wird weder der mitreisende Freund, noch eine neue Bekanntschaft für einen überwinden. Kleine Anmerkung noch: Nicht jedes Pärchen welches gemeinsam auszog, kam auch gemeinsam an. Und ein paar Menschen sind sich dort auch näher gekommen und halten es nun besser miteinander aus als vorher... Mehr Infos gibt es bei der Appalachian Trail Conference.